Nicht-selektives Melanocortin-Analogon mit kombinierter Wirkung auf Bräunung, Libido und Appetit. Ausgangsmolekül für die Entwicklung von PT-141 (Bremelanotid). Breites Rezeptorprofil führt zu stärkeren Nebeneffekten als MT-I.
Melanotan II ist ein zyklisches heptapeptidisches α-MSH-Analogon mit nicht-selektiver Bindung an mehrere Melanocortin-Rezeptoren. MC1R-Aktivierung stimuliert Eumelanin-Synthese in Melanozyten (Bräunungseffekt). MC4R-Aktivierung im Hypothalamus und mesolimbischen System vermittelt pro-erektile und libidosteigernde Effekte über dopaminerge Pfade – MT-II war das erste Peptid, das eine zentral vermittelte Erektion ohne direkte vaskuläre Wirkung auslöste. MC3R-Aktivierung beeinflusst Energiehomöostase und Appetit. Die Kombination dieser drei Effekte macht MT-II wissenschaftlich interessant, erhöht aber das Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu selektiveren Analoga wie MT-I oder PT-141. Histologische Studien dokumentierten Veränderungen der Melanin-Verteilung in vorbestehenden Nävuszellen.
Einordnung der Evidenzlage: Gut (Human-Studien vorhanden). Diese Informationen dienen ausschließlich Forschungszwecken. Melanotan II ist nicht als Arzneimittel zum menschlichen Gebrauch zugelassen.
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Wissenschaftliche Literatur: Melanotan II auf PubMed